Sex im Stehen, in der Hängematte…

Kivanc Karadeniz Versicherungsmakler Duisburg Rheinhausen

Was ist DAS denn jetzt für eine Überschrift? Das werden sich jetzt vermutlich einige denken und das nicht ganz zu Unrecht. Aber ich kann Euch beruhigen:

Weder bin ich inzwischen Autor auf – sagen wir mal – „anderen Gebieten“, noch handelt es sich um ein Versehen. Im Gegenteil: Die Überschrift ist ganz bewusst so gewählt. Warum ? Dazu komme ich gleich:

Ich Mai 2018 ist es soweit. Dann habe ich meine erste Versicherungspolice vor exakt 20 Jahren vermittelt. Inzwischen wurden unzählige Verträge von mir verkauft und seitdem hat sich viel verändert.

Als die ersten sogenannten Direktversicherer ihre Arbeit aufnahmen, hörte ich Dinge wie: „Das war`s. Das Spiel ist aus, es ist aus. Die sind soooo billig – wir können da nicht mithalten.“ Nicht gerade ermutigend für einen knapp 20 Jahre alten Bengel, der eigentlich davon überzeugt war sein Metier gefunden zu haben. Tatsache ist, dass – NICHTS – geschah. Weder starben die Versicherungsvermittler aus, noch litten wir an Hunger.

Dann kamen die ersten Vergleichsportale im Internet und wieder hieß es „Oh oh… Jetzt kennen die Kunden auch noch den Markt… Das war´s, das Spiel ist aus, es ist aus…“

Die Wahrheit ist: Es entwickelte sich ein Phänomen, welches ich als „Beratungsdiebstahl“ bezeichne. Das bedeutet, dass es hin und wieder Interessenten gab, die sich von einem Vermittler, sei es Broker (also Makler), Vertreter oder Bankangestellter, beraten ließ, um dann das empfohlene Produkt selbst im Internet abzuschließen. Ich persönlich habe diese Erfahrung nie machen müssen, aber ich kenne einige Kollegen, denen genau das passiert ist.

Heute beobachte ich einen Trend, der mir persönlich sehr sympathisch ist: Der ROPO-Kunde ist geboren. ROPO ist eine Abkürzung für „Research online, Purchase offline“, also die Vorgehensweise sich online Erstinformationen zu holen, um sich diese dann von einem Profi bestätigen oder widerlegen zu lassen. Finde ich großartig, denn viele meiner Kolleginnen und Kollegen mögen Transparenz, mich eingeschlossen.

Warum ist das so? Ganz einfach: Es gibt nur drei realistische Szenarien, die eintreten können, wenn man einen ROPO-Kunden berät:

  1. „Good job ! Genau diesen Tarif von dieser Gesellschaft hätte ich Ihnen auch empfohlen. Kaufen Sie bei mir, dann haben Sie einen persönlichen Ansprechpartner, der Sie auch im Schadensfall professionell begleitet.“
  2. „Ähmmm… Ja der Tarif ist gut, aber warum wollen Sie denn soviel dafür bezahlen? Das bekomme ich auch günstiger hin. Kaufen Sie bei mir, dann haben Sie einen persönlichen Ansprechpartner, der Sie auch im Schadensfall professionell begleitet.“
  3. Ähmmm nein… Der Tarif geht gar nicht, WEIL (a,b,c,d,e,f,g………). Ich zeige Ihnen etwas Besseres. Meistens sparen Sie auch noch dabei und selbst es mehr kosten sollte, werden Sie verstehen, warum Sie mehr bezahlen sollten. Schauen Sie mal hier (a,b,c,d,e,f,g………). Kaufen Sie bei mir, dann haben Sie einen persönlichen Ansprechpartner, der Sie auch im Schadensfall professionell begleitet.“

Einfacher kann man einen Kunden nicht überzeugen. I love it. Schwarz auf weiß alles hinlegen und den Kunden anhand von Hardfacts überzeugen.

In der jüngsten Vergangenheit kamen die sogenannten „Fintechs“ oder „Insuretechs“ auf den Markt. Es wird mit einer kostenlosen App geworben, mit der man seine Versicherungsverträge „organisieren“ kann. Damit man die Übersicht behält… 😉 Was natürlich nicht groß angepriesen wird ist die Tatsache, dass der Kunde einem Maklermandat zustimmt. In der Praxis bedeutet das Folgendes:

Kostenlose App installiert und Versicherungsverträge eingegeben. Es folgt eine Meldung an die Versicherungsgesellschaft: Der bisherige Betreuer des Kunden ist raus, nicht mehr zuständig für den Kunden und der Anbieter der App übernimmt die Betreuung. Es folgt ein Schreiben der Gesellschaft an den bisherigen Betreuer, in dem sinngemäß steht: „Du bist raus. Dein Kunde will von Dir nicht mehr betreut werden. Er hat sich für einen anderen Betreuer entschieden.“ Nachvollziehbar dass der bisherige Betreuer seinen Kunden anruft und fragt, was er falsch gemacht hat. In diesem Telefonat stellt sich heraus, dass der Kunde das so gar nicht wollte, da er sehr zufrieden mit der Beratung und dem Engagement seines bisherigen Vermittlers war. Er wollte nur eine Übersicht seiner Verträge haben. Das Ganze wird also „rückabgewickelt“. Was bleibt ist unnötiger Ärger und überflüssiger Verwaltungsaufwand (der sich natürlich irgendwann einmal in den Beitragserhöhungen bemerkbar macht).

Was hat die Überschrift nun mit all dem zu tun ? Ganz einfach:

Ich verfüge über ein bundesweit recht starkes Netzwerk aus Versicherungsmaklern, Versicherungsvertretern, Vermögensberatern und Versicherungsberatern (der Einfachheit halber wird an dieser Stelle nur die maskuline Ansprache gewählt. Selbstverständlich sind auch unzählige, von mir sehr geschätzte, weibliche Kolleginnen dabei.). Meine Kollegen berichten zunehmend genau das, was ich immer vorausgesagt habe: Der Onlinekunde von heute, ist der Ich-werde-persönlich-betreut-Kunde von morgen. Lasst sie erstmal alles selbst abschließen. Wozu braucht man schon eine Ausbildung und langjährige Erfahrung in diesem Bereich? Total überflüssig. Das Studium und der Vergleich seitenlanger Versicherungsbedingungen (das „Kleingedruckte“… J) ist auch Bullshit. Wozu teure Analysesoftware kaufen?? Geht auch online und ist für jedermann kostenlos zugänglich. „Guck mal hier: Auch ´ne Hausrat und ich habe 30 EUR im Jahr gespart…“.

Lasst erstmal Schäden eintreten, die nicht bezahlt werden, die aber bezahlt worden wären, wenn der Kunde einen Makler (oder Vertreter oder Vermögensberater oder Versicherungsberater) beauftragt und dessen Rat befolgt hätte. Mal gucken, ob das Ersparnis von 30 EUR im Jahr noch so relevant ist, wenn der Schaden in die Tausende geht.

Es wird dem Kunden suggeriert, dass wir überflüssig wären, dass er alles selber machen könne. Es wird dem Kunden suggeriert, er könne ganz easy Sex im Stehen in der Hängematte haben. So einfach ist das aber nicht.  Was ist ein Leistungsausschluss ? Was ist die erste, zweite und ggfs. dritte Instanz von Versicherungsbedingungen ? Was ist eine Allriskdeckung ? Was ist eine Konditionsdifferenzdeckung ? Was sind Sublimits und wie hoch sind sie ? Was sind Obliegenheiten ? „Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Benötige ich jetzt in der Haftpflicht eine Single – oder Familienvariante ?“ Nur um ein paar Beispiele genannt zu haben…

Wenn man im TV einen Werbespot für ein Nasenspray sieht folgt immer der Hinweis „Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.“ Ich frage mich ernsthaft, weshalb dies bei solch existenzbedrohenden Versicherungssparten, wie z.B. einer Wohngebäudeversicherung, Hausratversicherung und Privathaftpflichtversicherung, nicht ebenfalls geschieht. Sinngemäß: „Achtung: Was Du hier machst kann im Schadenfall Deine Existenz bedrohen. Für Risiken und Nebenwirkungen frage einen Versicherungsmakler, Versicherungsberater, Vermögensberater oder Versicherungsvertreter.“

Übrigens:

Ein Versicherungsmakler kostet nicht mehr oder weniger, als wenn man alles selbst im Internet abschließen würde. Eine Provision fließt immer und zwar in gleicher Höhe (gilt für Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz, Unfall und Wohngebäude). Ich betone das so sehr, weil einer meiner Maklerkollegen berichtete, er habe seinen Kunden gefragt, warum er auf eigene Faust im Internet abgeschlossen habe. Die Antwort war: „Ich wollte die Provision sparen…“

Es ist so einfach:

Versicherungsmakler suchen, Bewertungen checken (ja im Internet), Ersttermin vereinbaren und Sympathie prüfen. Wenn Letzteres auch passt: Einfach mal machen lassen. Lean back and enjoy.

Was macht ein Versicherungsmakler ? Auf diesen Link klicken und in nur 4 Minuten erfahren: Bitte hier entlang. (Youtube)

 

Beste Grüße,

Kivanc Karadeniz

Versicherungsmakler

Versicherungsfachmann (BWV)

 

 

 

 

 

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